Alles richtig gemacht? – So stillst du richtig

Das erste Stillen | © panthermedia.net / Sergey Borisov
Das erste Stillen | © panthermedia.net / Sergey Borisov

Monatelang wuchs die Idee eines Kindes in euren Köpfen, monatelang wuchs das Kind schließlich in deinem Bauch und Monatelang habt ihr euch auf den kleinen Neuankömmling gefreut. Du hast dich dazu entschlossen, das Baby stillen zu wollen und nun wird es dir nach den scheinbar endlosen Strapazen der Geburt endlich an die Brust gelegt. Zu diesem Zeitpunkt ist noch alles in Ordnung. Das Adrenalin der Geburt herrscht noch vor und du bist wie in einer Art Rauschzustand. Doch nach einigen Tagen des Zuhause-Stillens wird dieser eigentlich vollkommen natürliche und wundervoll intime Vorgang zur Qual.

So stillst du richtig

Viele Frauen, die gerade ihr erstes Kind bekommen haben, sind bezüglich des Stillens sehr unsicher, wissen nicht wie sie das Baby anlegen sollen. Einige dieser Frauen, die Schmerzen beim und nach dem Stillen haben, greifen nach einiger Zeit gezwungenermaßen zur industriell gefertigter Babynahrung. Das kann man in den meisten Fällen aber verhindern. Beim Stillen gibt es vieles zu beachten und einiges zu vermeiden. Damit du und dein Partner entspannt in die Stillzeit gehen könnt, findet ihr im Folgenden Tipps, Tricks und viel Wissenswertes rund um das Thema Stillen.

Warum Stillen?

Stillen ist eines der natürlichsten Dinge auf dieser Welt. Die Muttermilch sorgt dafür, dass dein Baby alle nötigen Nährstoffe und Vitamine bekommt, die es braucht, um gesund aufwachsen zu können. Solltest du aus irgendwelchen Gründen nicht stillen können, dann mach dir keine Sorgen, denn die moderne Fertigmilch heutzutage wird dein Baby auch gut versorgen können. Wer sich gegen das Stillen entscheiden will, um seine Flexibilität nicht zu verlieren, der sollte sich klar machen, wie gesund das Stillen für das Baby ist. Und wenn ihr mal was vorhabt, dann könnt ihr die Milch immer noch abpumpen und dem Papa das Fläschchen in die Hand drücken.

Wenn du dein Kind stillst, dann verringert sich das Risiko das es im Erwachsenenalter an Diabetes, Übergewicht, oder Allergien leidet. Für dich verringert sich Gleichzeitig das Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.

Zudem ist Stillen ungemein praktisch und spart einiges an Kosten für industriell gefertigte Milch. Man hat sie immer dabei, sie hat die richtige Temperatur und ist natürlich kostenlos.

Die besten Stillpositionen

Am häufigsten wirst du natürlich im Sitzen stillen. Allerdings haben auch andere Positionen, gerade kurz nach der Geburt, erhebliche Vorteile. Besonders nach schwierigen, erschöpfenden Geburten ist es angenehmer für die Frau im Liegen zu stillen. Das könnt ihr entweder in Rücken- oder Seitenlage machen. Beim Stillen in Rückenlage richtet ihr euren Körper nur leicht durch ein Kissen auf, platziert das Baby seitlich auf eurem Bauch und stützt es dabei mit eurem Arm.

Beim Stillen in Seitenlage legt ihr euch auf eure Seite und macht es euch bequem. Das ist besonders wichtig, damit ihr euch entspannen könnt und das Stillen jeden Tag aufs Neue zu einem schönen Erlebnis wird. Leg das Baby nun neben dich und achte darauf, das Kopf und Schulter gut von einem Kissen gestützt werden. Das Baby liegt dann auch auf der Seite und wird entweder durch eine Hand oder auch durch ein Kissen daran gehindert, dass es zurück auf den Rücken rollt.

Was tun, wenn’s schmerzt?

Schmerzen beim Stillen | © panthermedia.net / avemario
Schmerzen beim Stillen | © panthermedia.net / avemario

Viele Mütter klagen über Schmerzen beim Stillen. Das liegt daran, dass das Brust-Gewebe sehr dünn ist und den täglichen Strapazen des Stillens nicht gewachsen ist. Durch zu starkes saugen kommt es erst zu leichten Schmerzen, die aber mit jedem Mal stärker werden. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu kleinen Geweberissen, offenen, blutigen Wundstellen und höchst überstrapazierter Haut kommen.

Aber warum kommt es zu diesen Reaktionen? Das Baby nuckelt in der Anfangszeit etwa alle 1-2 Stunden an der Brust, manche Kinder nuckeln auch über ihren Durst, das heißt, auch wenn sie keinen Hunger mehr haben, nuckeln sie weiter, weil sie es als entspannend empfinden. Und da die Brust hoch empfindlich ist und auf diese Überstrapaze zunächst nicht vorbereitet ist, reagiert sie dementsprechend sensibel.

Leidest du unter eine Still-strapazierten Brust, dann sollte diese behandelt werden, ansonsten werden deine Probleme mit ihr nur noch schlimmer. Präventiv kann man gegen diese Überreizung nichts tun, die Brust musst sich einfach daran gewöhnen und das klappt nur, wenn ihr dran bleibt am Stillen. Aber schon bei den ersten Schmerzen solltet ihr Brust und Brustwarzen mit speziellen Cremes pflegen. „Als besonders hilfreich gelten pflegende Cremes, die einen schützenden Film auf der empfindlichen Haut des Warzenhofes hinterlassen.“, sagen auch bekannte Fachseiten wie www.brustwarzensalbe.de. Sie sorgen dafür, dass die Haut beruhigt und schön weich und anschmiegsam wird. Dadurch wird dem Baby zusätzlich das Nuckeln erleichtert.

Die richtige Technik

Die richtige Technik beim Stillen | © panthermedia.net / Przemyslaw Klos
Die richtige Technik beim Stillen | © panthermedia.net / Przemyslaw Klos

Die richtige Technik macht beim Stillen einiges aus. So kann sie eventuellen Schmerzen vorbeugen und erleichtert dem Baby das Trinken. Für die richtige Technik formst du mit der Hand ein C und greifst mit den Fingern unter die Brustwarze, der Daumen liegt oberhalb, berührt sie aber nicht. Wenn das Baby den Mund öffnet, führe es zur Brustwarze. Der Mund des Babys sollte die gesamte Brustwarze und einen großen Teil des Warzenvorhofes umschließen. Diesen Griff behältst du die ganze Zeit beim Stillen bei. Damit ihr die häufigsten Fehler gar nicht erst machen müsst, bevor es richtig klappt, informiert euch doch unter www.stillkinder.de, wie ihr diese „Fehlgriffe“ vermeiden könnt.

Viele Frauen wissen nicht, wie sie ihr Baby schmerzfrei wieder von ihrer Brust ablösen können. Dazu schiebt ihr einfach den kleinen Finger in den Außenwinkel des Mundes eures Kindes. Dadurch baut sich der Unterdruck automatisch ab und ihr könnt das Baby von der Brust lösen.

Fazit

Das Stillen ist für viele Frauen ein Mysterium und sie wissen nicht genau, wie sie es angehen sollten. Gerade als frischgebackene Mütter von eurem ersten Kind solltet ihr euch von der Hebamme beraten und zeigen lassen, wie ihr das Baby ansetzt, wie ihr es haltet und wieder von eurer Brust löst. Eure Hebamme wird euch auch bestimmt gerne bezüglich des Stillrhythmus beraten, also wie oft ihr euer Kind stillen solltet und wie ihr geschundene Brustwarzen am besten pflegen könnt. Wie ihr beim Stillen Hilfe von eurem Partner bekommen könnt, erfahrt ihr hier. So können Männer ihren Frauen einiges an Last und Stress abnehmen. Habt ihr das theoretische Wissen intus, dann gilt nur noch eines: Entspannt euch! Denn das Stillen sollte immer – sowohl für Mutter als auch Kind – eine schöne und intime Erfahrung sein, die nicht durch Unsicherheit oder Schmerzen zerstört werden soll.

Alles richtig gemacht? – So stillst du richtig
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