Braxton-Hicks | Die Braxton-Hicks-Kontraktionen in der Schwangerschaft

Schwangere Frau | © panthermedia.net / pressmaster
Schwangere Frau | © panthermedia.net / pressmaster

Von Vorwehen, Übungswehen oder Senkwehen haben sicherlich viele schwangere Frauen schon einmal gehört, doch der Name Braxton-Hicks-Kontraktionen ist den meisten eher noch unbekannt. Dabei gibt es kaum eine werdende Mutter, die während ihrer Schwangerschaft keine Kontraktionen und ein Zusammenziehen der Gebärmutter spürt. Gerade für Erstmütter ist es allerdings oftmals nicht ganz einfach zu unterscheiden, um welche Art von Kontraktionen es sich in dem Moment handelt. Sind es nur harmlose Vor- oder Übungswehen, also Braxton-Hicks-Kontraktionen, oder sind es ernstzunehmende Geburtswehen, die sich auf den Verlauf der Schwangerschaft auswirken können und die Geburt einleiten? Wir haben hier einige wissenswerte Informationen zu Braxton-Hicks-Kontraktionen für euch zusammengestellt und geben euch auch Tipps, wie ihr mit diesen Übungswehen umgehen und diese bei Bedarf auch lindern könnt.

Was sind eigentlich Braxton-Hicks-Kontraktionen?

Schwangere Frau beim Arzt | © panthermedia.net / Wavebreakmedia ltd
Schwangere Frau beim Arzt | © panthermedia.net / Wavebreakmedia ltd

Braxton-Hicks-Kontraktionen ist die Bezeichnung für harmlose und unregelmäßige Vor- oder auch Übungswehen in der Schwangerschaft, die in der Regel von schwangeren Frauen in der Form bemerkt werden, dass ihr Bauch sich in kurzen Abständen zusammenzieht und hart wird. Die Muskeln der Gebärmutter spannen sich zwischen 30 Sekunden bis hin zu zwei Minuten kurz an. In welchem Stadium die Braxton-Hicks-Kontraktionen auftreten und wie stark sie wahrgenommen werden, ist von Frau zu Frau und auch in jeder Schwangerschaft sehr unterschiedlich.

Manche werdende Mütter spüren diese schon in einem frühen Stadium der Schwangerschaft und empfinden die Kontraktionen als unangenehm und schmerzhaft, während andere schwangere Frauen bis zur Geburt wenig bis gar keine Beschwerden damit haben und sie auch kaum wahrnehmen. Als Faustregel kann man sich allerdings merken, dass der Großteil der Frauen Braxton-Hicks-Kontraktionen das erste Mal in der Mitte der Schwangerschaft, ungefähr zwischen der 20. und 25. Schwangerschaftswoche, spürbar wahrnimmt. Dabei spürt man diese Kontraktionen im Gegensatz zu echten Wehen oftmals nicht häufiger als dreimal in einer Stunde, sie sind auch nicht besonders schmerzhaft und haben vor allem keinen Einfluss auf den Muttermund.

Ihren Namen verdanken die Braxton-Hicks-Kontraktionen, die auch als Vorwehen, Übungswehen und wilde Wehen bezeichnet werden, dem britischen Gynäkologen John Braxton Hicks – der englische Mediziner berichtete 1872 das erste Mal von dieser Art Wehen, die lediglich ein Zusammenziehen des Bauches sind, damit sich die Gebärmutter auf die eigentliche Geburt vorbereiten kann, aber überhaupt keine Auswirkungen auf den Muttermund haben.

Braxton-Hicks-Kontraktionen von echten Wehen unterscheiden

Für Mütter, die das erste Mal schwanger sind, ist alles erst einmal neu. Alleine aus diesem Grund gibt es viele Faktoren, die eine Erstschwangere verunsichern können. Unerwartete Kontraktionen – gerade auch in einem relativ frühen Stadium der Schwangerschaft – rufen sehr schnell Sorgen und Unsicherheit hervor, ob mit dem ungeborenen Kind alles in Ordnung ist oder auch die Frage, ob sich eine Fehlgeburt ankündigen könnte.

Um unnötige Ängste und Sorgen zu vermeiden ist es deshalb wichtig dass man weiß, wie man Braxton-Hicks-Kontraktionen von echten Wehen wie zum Beispiel Geburtswehen unterscheiden kann. Denn gerade zum Ende der Schwangerschaft können Braxton-Hicks-Kontraktionen stark zunehmen und mit echten Wehen verwechselt werden.

Merkmale von Braxton-Hicks-Kontraktionen:

  • Braxton-Hicks-Kontraktionen sind in der Regel eher schwach und in der Intensität eher gleichbleibend und werden nicht stärker – weder in Bewegung noch im Ruhezustand.
  • Manche Frauen spüren auch nur ein leichtes Zusammenziehen und eine Verhärtung des Bauches und empfinden die Kontraktionen überhaupt nicht als schmerzhaft.
  • Gerade gegen Ende der Schwangerschaft lassen Braxton-Hicks-Kontraktionen eher nach.
  • Braxton-Hicks-Kontraktionen treten typischerweise unregelmäßig auf, während echte Wehen regelmäßig und in immer kürzeren Abständen auftreten.
  • Durch Lageveränderung und Entspannungstechniken können Braxton-Hicks-Kontraktionen gelindert werden.

Merkmale von echten Wehen:

  • Echte Wehen kündigen sich oftmals mit einem unangenehmen bis starken Ziehen im Rücken an und verlagern sich dann in den Bauchbereich.
  • Von der Schmerzintensität werden echte Wehen oftmals mit starken Krämpfen während der Menstruation beschrieben.
  • Wird der Schmerz immer intensiver und geht der Druck Richtung Becken, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es sich um echte Wehen handeln könnte.
  • Echte Wehen können gerade durch Bewegung gefördert und verstärkt werden und schwächen nicht wieder ab.
  • Verhärtet sich der Bauch über mehrere Tage öfter als vier Mal am Tag und die Intensität des Schmerzes steigt, kann man vor allem zum Ende der Schwangerschaft von echten Wehen ausgehen.

Wie man mit Braxton-Hicks-Kontraktionen am besten umgehen kann

Schwangere Frau entspannt | © panthermedia.net / valuavitaly
Schwangere Frau entspannt | © panthermedia.net / valuavitaly

Braxton-Hicks-Kontraktionen sind ganz normale Begleiterscheinungen, die zur Schwangerschaft dazu gehören und sind harmlos. Dennoch kann es sein, dass sich manche werdende Mütter während der Kontraktionen unwohl fühlt und diese auch als unangenehm empfindet. Wenn man allerdings weiß, wie man Braxton-Hicks-Kontraktionen lindern kann und was die Auslöser sein können, ist es wesentlich leichter mit ihnen umzugehen. Denn je nachdem wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, können Braxton-Hicks-Kontraktionen auch als schmerzhaft empfunden werden.

Da es gerade im letzten Stadium der Schwangerschaft nicht einfach zu unterscheiden ist, ob es sich immer noch um Braxton-Hicks-Kontraktionen oder doch um echte Wehen handelt, die die Geburt ankündigen, kann man sich als Faustregel merken: Echte Wehen steigern sich und lassen nicht nach, Braxton-Hicks-Kontraktionen ebben immer wieder ab.

Linderung bei Braxton-Hicks-Kontraktionen kann zum Beispiel schon ein Spaziergang bringen, denn gerade Bewegung wirkt sich positiv aus. Zusätzlich kann gerade die Bewegung sehr aufschlussreich sein, was den Unterschied zu echten Wehen betrifft – denn diese würden sich bei Bewegung eher verstärken. Wohltuend und schmerzlindernd wirken sich auch ein Entspannungsbad und andere Entspannungstechniken aus, die für eine kleine Auszeit sorgen. Zusätzlich kann die Einnahme von Magnesium den Schmerz deutlich abschwächen.

Braxton-Hicks-Kontraktionen – das Übungstraining für die Geburt

Wenn Braxton-Hicks-Kontraktionen als unangenehm bis schmerzhaft empfunden werden, gibt es einige Hilfsmittel, wie diese gelindert werden können. Zusätzlich können sie auch sinnvoll sein, weil man sie tatsächlich als Vorbereitung auf echte Geburtswehen nutzen kann. So kann man die Braxton-Hicks-Kontraktionen beispielsweise für Atemübungen nutzen, die man schon aus dem Geburtsvorbereitungskurs kennt – und so die Braxton-Hicks-Kontraktionen im wahrsten Sinne des Wortes als Übungswehen sinnvoll nutzen. Zusätzlich dienen Braxton-Hicks-Kontraktionen der Stärkung der Gebärmuskulatur und unterstützen die Durchblutung der Plazenta.

Auch wenn Braxton-Hicks-Kontraktionen völlig harmlos sind und sich weder auf den Muttermund noch auf die bevorstehende Geburt auswirken, sind sie also doch so etwas wie ein gutes Übungstraining für die bevorstehende Geburt. Neben dem Einsatz von verschiedenen Atemtechniken während der Kontraktionen haben sie zudem eine Art Erinnerungseffekt, dass man gerade auch während der Schwangerschaft immer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und für genug Pausen und Ruhephasen sorgen sollte.

Mögliche Auslöser von Braxton-Hicks-Kontraktionen

Obwohl Braxton-Hicks-Kontraktionen völlig harmlos und keine echten Wehen sind, werden sie von manchen Frauen als unangenehm empfunden. Für ein besseres Wohlbefinden tragen zum einen Maßnahmen bei, die für Linderung sorgen, aber auch die Auslöser zu kennen kann wesentlich dazu beitragen, Braxton-Hicks-Kontraktionen zu vermeiden.

Auslöser für Braxton-Hicks-Kontraktionen können zum Beispiel sein:

  • Dehydration/Flüssigkeitsmangel
  • Viel Bewegung und anstrengende Tätigkeiten wie zum Beispiel Sport
  • Sex
  • Stress
  • Volle Harnblase
  • Übermüdung und Überanstrengung

Die Auslöser zu kennen heißt allerdings nicht, dass sie unbedingt vermieden werden sollten um Braxton-Hicks-Kontraktionen zu verhindern, sondern es kann auch eine natürliche Funktion des Körpers sein, um den Körper darauf aufmerksam zu machen, dass man zum Beispiel zu wenig getrunken oder sich überanstrengt hat. Alleine deshalb ist es schon wichtig und sinnvoll, während der Schwangerschaft viel zu trinken und sich genügend Auszeiten und Ruhepausen zu gönnen.

Braxton-Hicks-Kontraktionen – ab wann zum Arzt?

Grundsätzlich gilt: Wenn man sich unsicher ist, ob es sich nur um harmlose Übungswehen oder echte Geburtswehen handelt, ist es nie falsch, die Hebamme oder zum Arzt aufzusuchen oder um Rat zu fragen. Ein Gang zum Arzt – auch wenn er letztendlich vielleicht nicht nötig sein sollte – bringt immer Gewissheit und vor allem auch Beruhigung für die werdende Mutter.

Unbedingt zum Gynäkologen sollte man allerdings, wenn zu den Kontraktionen zusätzlich Blutungen oder andere Ausflüsse auftauchen – in diesem Fall ist es besonders zum Ende der Schwangerschaft wesentlich wahrscheinlicher, dass es sich um echte Geburtswehen statt Braxton-Hicks-Kontraktionen handelt.

Erfolgen die Symptome wie regelmäßige Wehen die nicht nachlassen, sondern sich steigern und in regelmäßigen Abständen wiederkommen im Zusammenhang mit Schmierblutungen vor der 36. Schwangerschaftswoche, kann das ein Anzeichen für eine Frühgeburt sein. Auch in diesem Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Als Faustregel kann man sich immer merken: Im Zweifel lieber einmal mehr zum Arzt, als zu wenig.

Fazit

Statistik: Hätten Sie gerne zum jetzigen Zeitpunkt schon Kinder? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Braxton-Hicks-Kontraktionen sind völlig normal und gehören zu einer Schwangerschaft einfach dazu – manche Frauen nehmen sie allerdings stärker wahr, während andere Frauen sie bis zur Geburt gar nicht spüren. Beides ist kein Grund zur Beunruhigung, doch gerade werdende Erstmütter haben wenig Erfahrung und sind wesentlich schneller beunruhigt.

Ein Gespräch mit der Hebamme oder dem Gynäkologen kann dabei helfen festzustellen, um welche Art von Wehen es sich handelt. Denn gerade in der fortgeschrittenen Schwangerschaft kann es durchaus sein, dass man die vorher harmlosen Braxton-Hicks-Kontraktionen nicht mehr von echten Geburtswehen unterscheiden kann – kein Wunder, wenn es immer näher auf den Geburtstermin zugeht. Erste Anzeichen, dass die Übungsphase vorbei geht und sich langsam aber sicher doch die Geburt ankündigt sind zum Beispiel die Regelmäßigkeit und die Stärke der Wehen. Während bei Braxton-Hicks-Kontraktionen – auch die „wilden Wehen“ genannt – das Verhärten des Bauches nur sehr unregelmäßig stattfindet und sehr schnell wieder nachlässt, kündigen sich echte Wehen mit einer Regelmäßigkeit an, die sich immer mehr steigert.

So sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen oder in eine Klink fahren, wenn der Bauch mehr als vier mal in einer Stunde hart wird und der Schmerz immer intensiver wird. Ein weiteres Indiz für echte Geburtswehen sind Ausfluss, Blutungen und starke Schmerzen im Rücken.

Weiterführende Links:

https://geburtskanal.de/artikel-wissen/braxton-hicks-kontraktionen.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Braxton-Hicks-Kontraktion

Braxton-Hicks | Die Braxton-Hicks-Kontraktionen in der Schwangerschaft
4.7 (93.33%) 6 votes


-Anzeige-