Ein Sonntagskind – die Geburt unserer Prinzessin

Kolumne: Aus dem Leben einer jungen Mama

Geburt einer Prinzessin
Geburt einer Prinzessin (Bild: williamarthur - Flickr.com - CC BY-ND 2.0)
[dropcap]S[/dropcap]o schnell es mit einer Symphysenlockerung und einem übermäßig kugeligen Schwangerschaftsbauch geht, rolle ich mich aus dem Bett und hechte ins Bad. Erleichtert kuschel ich mich wieder ein, bereit zum Einschlafen. Offenbar ist unser Würmchen ebenfalls wach und alles andere als begeistert darüber. Wütend tritt sie mich. Meine Güte, seit wann hat sie so viel Kraft? AUTSCH! WAS WAR DAS DENN?

Aaahh, noch mal. Oh mein Gott! Nun habe ich auch den baldigen Papa geweckt.

„Schatz, alles o.k.?“ „Sieht es etwa so aus?“ Genervt rolle ich mit den Augen, doch eigentlich will ich gar nicht böse sein. Autsch. Vielleicht liegt es an meiner nächtlichen Unfähigkeit einen klaren Gedanken zu fassen, aber erst jetzt kommt mir in den Sinn, dass das Wehen sein könnten.

Ich weihe meine bessere Hälfte ein. Starr behalten wir die Uhr im Blick, keine Regelmäßigkeit zu erkennen. Womöglich nur ein Fehlalarm?

Rollstühle zu Dekorationszwecken

Bei der nächsten Wehe bin ich mir sicher, dass es kein Fehlalarm ist. Unregelmäßigkeit hin oder her. Zwischen zwei Wehen bugsiert mich der zukünftige Papa den fünften Stock hinunter (beeindruckt nehme ich zur Kenntnis, wie viel Gewicht er stemmen kann).

Im Krankenhaus schließt mich eine überschminkte Hebamme, kaum älter als ich, an den Wehenschreiber an. Ihre Arbeitsunlust steht ihr ins Gesicht geschrieben. Denkt sie etwa, ich habe Lust, etwas von der Größe einer Wassermelone durch eine Öffnung in der Größe einer Walnuss zu pressen? Nach einer, mir endlos vorkommenden, drei viertel Stunde (wahrscheinlich die perfekte Zeit für eine nächtliche Kaffeepause) kommt sie endlich zurück. Ich soll jetzt in das Vorbereitungszimmer – und zwar laufen. Gekrümmt vor Schmerzen schleppe ich mich also in besagten Raum, wo ich sowohl untersucht als auch mit Fragen gelöchert werde. Von da aus darf ich dann, ebenfalls zu Fuß, in den Kreißsaal. Die fünf oder sechs im Gang stehenden Rollstühle sind offensichtlich nur für Dekorationszwecke gedacht.

Ein kleiner Frosch mit Haaren

Einige Stunden, Flüche und Schimpfworte später ist es vorbei. Ich lasse die Hand des frischgebackenen Papas los. Sie sieht aus, als wäre sie in einen Schraubstock geraten. Ein undefinierbares Schimpfen reißt mich aus meinen Beobachtungen. Ich sehe sie an. Sie sieht aus wie ein kleiner Frosch mit dunklen Haaren – ein bisschen verknittert vielleicht, aber wunderschön. Unser ganzer Stolz: 3280 g schwer und 51 cm groß.

Für meine Tochter, mein Ein und Alles.

Ein Sonntagskind – die Geburt unserer Prinzessin
Artikel bewerten


-Anzeige-




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*