Häufige Krankheiten bei Säuglingen – Ursachen und Symptome schnell erkennen

Neugeborenes Arzt | © panthermedia.net /Andriy Popov
Neugeborenes Arzt | © panthermedia.net /Andriy Popov

Neun Monate lang wuchs Ihr Baby wohlbehütet im Mutterleib auf, geschützt vor vielen äußeren Einflüssen, zu denen auch Bakterien und Krankheitserreger zählen. Als fertiger Mensch muss das Baby nun selbst dazu in der Lage sein, Erreger abzuwehren und Erkrankungen zu überstehen. Zwar erhält ein Säugling in den letzten Wochen der Schwangerschaft einige Abwehrkräfte der Mutter, den sogenannten Nestschutz. Dieser flacht aber schon nach zwei bis drei Monaten deutlich ab und ist nur als Übergangslösung anzusehen, bis der neue Körper seine eigenen Abwehrkräfte aufgebaut hat. Ihr Baby ist somit in seiner ersten Zeit auf der Welt sehr anfällig, weshalb einige typische Erkrankungen auftreten können.

Fünf der häufigsten Krankheiten bei Säuglingen

Baby Krankheit | © panthermedia.net /oksun70
Baby Krankheit | © panthermedia.net /oksun70

Reflux bei Säuglingen

Der Reflux ist keine Krankheit, die durch Erreger ausgelöst wird. Wenn Ihr Baby Nahrung zu sich nimmt, wandert diese durch die Speiseröhre. Das Zwerchfell trennt den Brustbereich vom Bauch ab und wirkt in der Speiseröhre als eine Art Ventil. Es sorgt dafür, dass die Nahrung weiter in den Verdauungstrakt rutscht und nicht wieder zurück gelangt. Bei einem Säugling kommt es häufig vor, dass das Zwerchfell noch nicht fertig ausgebildet ist und seine Ventilfunktion nicht ordnungsgemäß ausführen kann. Die Nahrung rutscht dann zurück in die Speiseröhre und kann in die Luftröhre gelangen. Das führt dazu, dass ihr Baby plötzlich hustet oder sich erbrechen muss. Mit der weiteren Herausbildung des Zwerchfells hört der Reflux oft von selbst auf und ist in den meisten Fällen nicht bedenklich.

Scharlach bei Säuglingen

Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit und tritt meistens im Alter zwischen vier und zwölf Jahren auf. Aber auch Säuglinge können von dieser durch Streptokokken ausgelösten Krankheit betroffen sein. Die Bakterien werden durch Tröpfchen übertragen und schließen sich kettenförmig zusammen, bevor sie die Schleimhäute befallen. Nach der Inkubationszeit setzen die Symptome plötzlich ein und beginnen mit einem dunkelroten Rachen, Halsschmerzen, hohem Fieber und hin und wieder mit Ohrenschmerzen. Kurze Zeit später breitet sich ein roter Ausschlag auf der Haut ihres Babys aus und die Zunge färbt sich rot (Himbeerzunge). Die Behandlung von Scharlach erfolgt mit Antibiotika und ist nach circa zehn Tagen abgeschlossen.

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Gelbsucht bei Neugeborenen

Während der Schwangerschaft wird ihr Baby ausschließlich über das Blut mit Sauerstoff versorgt. Sauerstofftransporter sind rote Blutkörperchen, die den Stoff Bilirubin enthalten. Nach der Geburt baut die Leber ihres Neugeborenen diesen Stoff ab, denn es kann nun alleine atmen. Bei einer hohen Konzentration von Bilirubin benötigt die Leber einige Zeit für den Abbau. In diesem Falle können sie eine gelbe Verfärbung der Haut an Kopf, Nacken und Brust feststellen. Ihr Baby ist nicht zwangsläufig krank und diese Gelbsucht ist nicht mit jener zu vergleichen, die durch Erkrankungen der Leber entsteht. Bei vollständig entwickelten Säuglingen verschwindet die Gelbsucht nach einigen Tagen von allein. Bei Frühchen ist sie nach circa zwei Monaten verschwunden.

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Magen-Darm-Probleme bei Säuglingen

Erkrankungen des Verdauungstrakts entstehen in den meisten Fällen durch eine Infektion mit Viren. Die typischen Symptome Durchfall und Erbrechen treten plötzlich und schon nach wenigen Stunden der Inkubationszeit auf. Kranke Kinder unter sechs Monaten sollten von einem Arzt behandelt werden, denn der mit der Infektion einhergehende Flüssigkeits- und Nährstoffverlust kann schnell problematisch werden. Bei rechtzeitiger Behandlung klingen die Symptome oft genauso schnell ab, wie sie eingesetzt haben.

Tränende Augen bei Babys und Kleinkindern

Babys mit tränenden Augen sind nicht zwangsläufig krank. Ein Großteil der Neugeborenen zeigt innerhalb der ersten Lebenswochen solche Symptome. Besonders morgens sind die Augen oft verklebt und lassen sich nur schwer öffnen. Der Grund für diese Symptome sind zu enge Tränenkanäle, die die Tränenflüssigkeit nicht komplett halten können. Bei den meisten Säuglingen weiten sich die Kanäle mit der Zeit von selbst. Verkrustete Tränenflüssigkeit entfernen Sie am besten mit lauwarmem Wasser und einem Waschlappen. Hin und wieder kann es vorkommen, dass die verklebten Stellen sich entzünden. Hier hilft ein Gang zum Kinderarzt und eine Behandlung mit entsprechenden Salben.

Fazit zu Krankheiten bei Säuglingen

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In der ersten Zeit ist Ihr Baby sehr anfällig für verschiedene Krankheiten bzw. Krankheitserreger. Viele Symptome sind jedoch harmlos und leicht zu behandeln. Bis Ihr Neugeborenes ein vollständiges Immunsystem entwickelt hat, wird es immer wieder zu Infektionen kommen, besonders im Verdauungstrakt. Sie sind zwar lästig und oft besorgniserregend, jedoch helfen sie dabei, wichtige Abwehrkräfte aufzubauen. Bewahren Sie stets die Ruhe, aber beobachten Sie ihr Kind genau. Sollte die Behandlung nach wenigen Tagen keine Erfolge zeigen, ist eventuell ein erneuter Arztbesuch und eine weitere Therapie nötig.

Häufige Krankheiten bei Säuglingen – Ursachen und Symptome schnell erkennen
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