Kindergarten: Die Wahl der Kindertagesstätte

Pädagogische Konzepte im Kindergarten (KiTas)

[dropcap]N[/dropcap]eben den städtischen Betreuungsangeboten gibt es Kindertagesstätten (KiTas) von verschiedenen Vereinen und Interessengruppen, von den Kirchen wie auch in wirtschaftlicher Trägerschaft. Sie alle arbeiten nach unterschiedlichen Grundsätzen, haben unterschiedliche Betreuungsschlüssel, und sogar Mobiliar, Spielzeug und Tagesablauf unterscheiden sich stark. Denn nicht nur der Umgang der Erzieher und Erzieherinnen mit den Kindern, sondern auch alles andere hängt letztendlich vom pädagogischen Konzept der Einrichtung ab.

Individuelle Entscheidung:
Welche Kindertagesstätte (KiTa) passt?

[dropcap]E[/dropcap]s ist wie mit den Kleidern: Die passen auch nicht jedem Kind, die müssen anprobiert werden, man kann Kinder nicht einfach da hineinstecken. Genau so sollte das auch im Zusammenhang mit der Kindertagesstätte verstanden werden. Kinder sind Individuen mit ganz persönlichen Vorlieben, mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansprüchen. Im Idealfall sollte die Kindertagesstätte nicht nur auf die Arbeitszeiten der Eltern passen, die Bildungsansprüche der Mama erfüllen und dem Portemonnaie von Papa angemessen sein, sondern eben auch das Kind optimal betreuen und fördern. Wie Kinder betreut und gefördert werden, das steht im pädagogischen Konzept der Kindertagesstätte. Und die unterscheiden sich ganz gewaltig, es lohnt also, wirklich aufmerksam zu lesen und gegebenenfalls auch mit der Leitung der Tagesstätte Rücksprache zu halten. Zum Service der Kindergarten (KiTas) gehört übrigens auch, dass Eltern einen Tag lang hospitieren dürfen – sie gehen also in eine der Gruppen, setzen sich unauffällig in eine Ecke und beobachten das Geschehen. Dabei wird vor allem immer eines klar: Nirgends wird so heißt gegessen wie gekocht. Konzepte sind oft sehr deutlich formuliert, die Umsetzung im Alltag kann dagegen unauffällig sein.

Pädagogische Konzepte im Kindergarten:
Von Fröbel über Montessori und Pickler bis hin zu Waldorf

Es sieht bunt aus in Deutschland. Okay, zugegeben: Die meisten Kindertagesstätten arbeiten nach einem mehr oder weniger „normalen“ Grundsatz, sie geben als Konzept Infans an. Das ist, grob zusammengefasst, ein Ansatz, der vom Kind ausgeht: Es werden keine Projekte von der Gruppenleitung vorgegeben (beispielsweise Kastanien als Bastelmaterial im Herbst oder andere jahreszeitlich orientierte Themen), sondern die Kinder stehen im Mittelpunkt. Sie bestimmen mit dem, was sie beschäftigt, die Thematik und den Alltag. Es kann also sein, dass im Kreis von Kindern verschiedener Nationen die Frage nach den Erdteilen aufkommt. Das wird von der Gruppenleitung aufgegriffen und zusammen mit den Kindern als Projekt bearbeitet. Die Gruppe wird sich also mehrere Tage oder Wochen lang mit dem Thema beschäftigen und – selbstverständlich auf dem Niveau der Kinder – verschiedene Länder auf dem Globus suchen, Weltkarten puzzlen, Spiele aus anderen Ländern spielen und vielleicht das ein oder andere Kuchenrezept aus fremden Ländern ausprobieren. Das gleiche funktioniert auf dem Gebiet der Bildung: Kinder im Alter von ein bis drei Jahren lernen mehr oder minder aktiv sprechen. Trotzdem wird kein Sprachtraining stattfinden, sondern die Kinder werden lediglich Situationen erleben, an denen sie sich sprachlich reiben können. Wenn der Funke überspringt, kann mehr gemacht werden – von Vorlesen über die Gestaltung einer eigenen Geschichte bis hin zum allmorgendlichen Erzählkreis.

Die meisten KiTas arbeiten nicht streng nach einem Grundsatz, sondern die verschiedenen pädagogischen Elemente vermischen sich, gehen ineinander über. Allein durch die Nähe der Konzepte zueinander lässt sich das nicht vermeiden. Fröbelpädagogik, Montessoripädagogik, Waldorfpädagogik, der Waldkindergarten und andere haben durchaus auch einzeln betrachtet ihre Daseinsberechtigung. Wie gut sie wirklich sind, hängt aber immer von den Kindern ab, die damit auskommen müssen. Während sehr selbständige Kinder in einem Montessorihaus aufgehen, können sich schüchterne Kinder in den ruhigen Waldorfräumen wohler fühlen, und bewegungsfreudige Kinder mögen vermutlich die Pickler-Turnräume sehr gern. Viele Kindertagesstätten sind integrativ, das heißt, sie nehmen Kinder mit und ohne deutsche Sprachkenntnisse gleichermaßen auf, kümmern sich um körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder genauso wie um „normale“ Kinder.


Pädagogische Konzepte:
Erfahren Sie mehr über die Konzepte im Kindergarten


Ausprobieren geht nicht? – Geht doch!

Brillen günstig online bestellenEin Problem vieler Eltern besteht darin, dass aus der eigenen Erfahrungswelt zu wenig über die verschiedenen pädagogischen Konzepte, ihre Hintergründe und ihre historische Entwicklung bekannt ist. Das meiste, was nicht unter Infans fällt, hat ein wenig den Ruf von alternativen Erziehungsstilen, geht in Richtung Reformpädagogik oder wird in die Öko-Ecke gestellt. Das ist in den meisten Fällen schlicht Unsinn. Natürlich ist es mühsam, sich durch die gesammelten Konzepte, Rechenschaftsberichte, Jahrbücher und Manifeste der verschiedenen Einrichtungen zu lesen, und unnötig ist es auch. Das Konzept reicht aus, denn das ist verbindlich, danach sollte die Kindertagesstätte auch tatsächlich arbeiten. Die wichtigsten Grundsätze sind darin aufgeführt, und natürlich findet alles im Alltag in abgemilderter Form statt. Wenn Sie unsicher sind, welche Kindertagesstätte für Ihr Kind passend ist, dann besuchen Sie die Einrichtungen, die zur Wahl stehen, doch einfach. Es gibt immer die Möglichkeit, für einen Tag zu hospitieren, die Kinder vom Waldkindergarten also in den Wald zu begleiten, mit den Pickler-Kindern einen Tag lang zu turnen oder in der Montessori-Kindertagesstätte beim Selbermachen zuzusehen. Wer sich vorher über das Konzept informiert hat, wird mit so einem Besuchstag einen realistischen Eindruck vom Alltag in der Gruppe bekommen.


Kindergarten: Die Wahl der Kindertagesstätte
Artikel bewerten


-Anzeige-




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*