Öko Kinderwagen – ist das wirklich nötig?

Natur Kinderwagen : Frei von Chemikalien in den ersten Lebensjahren

[dropcap]W[/dropcap]enn ein Kind geboren wird, fängt für die meisten Eltern ein neues Leben an. Themen wie biologische Lebensmittel, schadstofffreie Gebrauchsgegenstände, ökologisch sinnvolle Textilien und dergleichen spielen plötzlich eine Rolle. Nicht nur das Essen soll plötzlich Bioqualität haben, also nicht genmanipuliert sein, möglichst wenige oder keine chemischen Zusätze haben und von glücklichen Tieren und Pflanzen kommen, sondern auch die Kleidung muss frei von Chemikalien sein, einfach in Bioqualität eben.

Kinderwagen und -buggys im Test

Über Spielzeug macht man sich erst Gedanken, wenn die Kinder etwa ein halbes Jahr alt sind, davor brauchen sie ohnehin nicht viel. Die Kleinsten schlafen mehr als zu spielen. Aber was ist mit den übrigen Sachen, mit Hochstuhl, Autositz und Kinderwagen? Ist es nicht etwas verlogen, bei Kleidung und Essen auf hohe Qualität zu achten, beim Kinderwagen aber nur auf das Design?

Quinny, Hauck und Bugaboo, Jette Joop und Cybex – es gibt so viele Hersteller. Sie alle haben Buggys und Kinderwagen im Angebot, die ein absolut cooles Design haben, die praktisch und funktional sind. Esprit ebenfalls. Und Hartan. Und Teutonia. Es fällt schwer, den richtigen Wagen oder Buggy zu wählen. Alle haben Vor- und Nachteile, die meisten sind recht teuer. Wirklich erschreckend ist aber nicht der Preis, sondern das, was Ökotest 2011 und 2013 zutage förderte:

Von zehn eingekauften Wagen quer durch alle Preissegmente und von den unterschiedlichsten Herstellern waren nur zwei frei von Chemikalien. Alle anderen fielen durch die Schadstoffprüfung durch, und einige Modelle hatten Sicherheitsprobleme oder waren schlicht nicht kindgerecht. Das ist ein erschreckendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass der Kinderwagen zwischen 150 und 1.000 Euro kostet und die Kinder vom ersten Lebenstag an etwa drei Jahre intensiv begleiten soll.

Wo ist das Problem?

Die meisten Hersteller verwenden Kunststoffteile, die stark ausdünsten. Das heißt, die verwendeten Materialien sind nicht nur aus Erdölprodukten (Kunststoffe eben) hergestellt, sondern auch noch so stark mit Chemikalien versetzt, dass sie diese an die Luft abgeben.

Das riecht man auch – ein Kinderwagen oder Buggy, der in irgendeiner Art und Weise riecht, kann nicht gesund sein. Denn die Chemikalien gelangen nicht nur bei Kontakt über die Haut in den Körper, sondern eben auch über die Atemwege. Eltern, die den Wagen schieben und unter Umständen schwitzende Hände an den Griffen haben, nehmen die Schadstoffe über die Haut genauso auf wie die Kinder, die in dem Wagen oder Buggy liegen. Es geht also nicht um irgendein abgefahrenes Weltretter-Projekt, wenn man von Bio-Kinderwagen redet, sondern schlicht um die Gesundheit von Eltern und Kindern.

Und das lässt sich so einfach beheben?

Ja, das Problem kann behoben werden. Der getestete Wagen von Stokke war schadstofffrei und schnitt auch sonst gut ab. Und dann war da noch ein ganz ungewöhnliches Modell vom Hersteller Naturkind, das nicht nur unbelastet war, sondern zu einem großen Teil aus natürlichen Materialien bestand. Der Wagen ist im Internet bei verschiedenen Anbietern für etwa 600 bis 900 Euro erhältlich. Das ist kein Schnäppchen, aber es gibt deutlich teurere Modelle auf dem Markt, die eben nicht für gut befunden wurden.

Was macht Naturkind anders?

naturkind-kinderwagen-terraDer Hersteller von Naturkind Kinderwagen sitzt in Österreich und macht eigentlich gar nicht so viel anders als andere. Das Gestell des Wagens ist aus leichtem Aluminium, der Wagen ist klappbar, und die Räder sind (wie bei anderen auch) aus Gummi. Die Teile, die mit der Haut in Kontakt kommen und sich nahe am Kind befinden, sind aus Naturmaterialien hergestellt.

Die Griffe für die Hände der Eltern sind aus Kork, die Matratze des Wagens ist aus Kokosfasern hergestellt. Die stabile Liegeplatte besteht nicht, wie bei anderen Herstellern, aus Pressspan, sondern aus einer massiven Holzplatte, das Holz stammt aus ökologischem Anbau. Als Füllmaterial und Polsterung dient Schafwolle (ebenfalls aus biologischer Herstellung), und die textilen Überzüge sind aus Baumwolle in Bioqualität gefertigt. Es ist also wirklich nicht schwer, ein gutes Produkt nachhaltig und gesundheitsschonend zu produzieren.

Gibt es andere Möglichkeiten?

Nein, so einfach sind keine anderen Möglichkeiten erhältlich. Auf Kundenwunsch fertigen verschiedene Hersteller allerdings auch besondere Kinderwagen an. Da gibt es ökologische Projekte, die nicht nur mit Textilien in Bioqualität und natürlichen Materialien auskommen, sondern die auch noch darauf achten, dass Tiere bei der Produktion nicht zu schaden kommen. Das schließt so banale Dinge wie Tierversuche mit ein: Die meisten Chemikalien, die zugelassen werden und als unbedenklich eingestuft sind, wurden an Tieren getestet. Für den Öko Kinderwagen kommen Farben, Imprägniersprays oder Klebstoffe aus solchen Versuchen nicht in Frage. Es gibt Kinderwagen, die werden nur aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt: Bambus spielt dabei eine ganz große Rolle.

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Verschiedene Internethändler bieten den Wagen von Naturkind an

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Öko Kinderwagen: Was ist wichtig?

Es liegt in erster Linie bei Ihnen, was Ihnen an einem Kinderwagen wichtig ist. Manche Menschen legen Wert auf Design, andere auf Prestige, Nutzbarkeit oder die gesundheitlichen Aspekte. Fragen Sie sich selbst:

  • Soll sich mein Kind im Wagen wohl fühlen?
  • Nutze ich den Wagen so oft, dass er sich wirklich lohnt – oder tut es vielleicht auch ein Tragetuch für die wenigen Ausflüge?
  • Will ich mit dem Wagen chic aussehen und Freunde beeindrucken?
  • Muss der Wagen im Stadtverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln nutzbar sein, oder brauche ich ein geländetaugliches Modell?
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Bildquelle Naturkind Kinderwagen Terra: www.naturkind.at

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