Das große Warten – der Schwangerschaftsendspurt

Kolumne: Aus dem Leben einer jungen Mama

Schwangerschaftsendspurt
Schwangerschaftsendspurt - bald ist der Nachwuchs da!
[dropcap]I[/dropcap]ch wache auf, ohne überhaupt richtig geschlafen zu haben. Während der fünf nächtlichen Toilettengänge achtete ich peinlichst genau auf das Treiben in meinem kugeligen Bauch. Fehlanzeige – alles ruhig. Na klar, sonst feiert unser Würmchen jede Nacht eine wilde Party in Mamas Bauch und bringt mich um meinen dringend benötigten Schönheitsschlaf, doch ausgerechnet jetzt ist alles ruhig.Offenbar habe ich doch etwas gedöst, denn ich liege mit dem Gesicht zur Bettmitte, obwohl ich mich andersherum ins Bett gelegt habe. Mich überkommt bei dem Gedanken mich drehen zu müssen ein Schauder. Das bedeutet, ich muss mich zur anderen Seite rollen oder besser gesagt wuchten.

Mit einem Kampfgewicht, das mittlerweile 13 Kilo über meiner persönlichen Wohlfühlgrenze liegt und einer Symphysenlockerung, die höllische Schmerzen verursacht, ist das leichter gesagt als getan. Die Zähne fest aufeinander gepresst hole ich Schwung und drehe mich über den Rücken auf die andere Seite.

Schnell wische ich das Tränchen weg (fiese Symphysenlockerung) und versuche so elegant wie möglich aus dem Bett zu gleiten. Wie gesagt, so elegant wie möglich, so viel plumpsen wie nötig. Es ist Freitag. Heute ist der errechnete Geburtstermin.

Ein ganz normaler Morgen

Im für Schwangere typischen Watschelgang steuere ich als Erstes das Bad an. Ich schwöre, meine Blase hat nur noch das Fassungsvermögen eines Flaschendeckels. Dann geht es in die Küche, wo der sehr bald werdende Papa mir Kaffee kocht. Wie das duftet! Gut, es ist koffeinfreier und das macht er auch nur, um mich ein wenig von meinem ausgeprägten Kaffeefrust abzulenken. Es gibt Frühstück. Ein ganz normaler Morgen, ein ganz gewöhnlicher Start in den Tag. Mit nur einem kleinen Unterschied: Am Ende des Tages werden wir unser Würmchen im Arm halten. Obwohl es zum Greifen nah ist, kann ich es nicht fassen. Ich freue mich darauf, meinen Körper wieder für mich allein zu haben und doch kann ich mir die anstehende Geburt (glücklicherweise) noch nicht annähernd vorstellen.

Ein unspektakulärer Tag

Der übrige Tag verläuft ruhig. Das Spektakulärste an diesem Tag ist die Suche nach dem runtergefallenen Gemüse beim Kochen, die ich aufgrund meines bald zu platzen drohenden Bauches nur aus der Ferne beaufsichtigen kann. Ich würde gerne eine Runde spazieren gehen, doch meine Wasserfüße passen nicht mal mehr ansatzweise in meine geliebten Schuhe. Den ganzen Tag passiert überhaupt nix. Würmchen gibt keine Reaktion von sich. Offensichtlich hat ihr noch keiner gesagt, dass sie heute Mamas Bauch verlassen darf. Am Abend messe ich aus Frust, Enttäuschung und einem Hauch Masochismus meinen Bauchumfang. 108 Zentimeter und das bei 1,59 m! Eine Minute nach Mitternacht gehe ich ins Bett – immer noch schwanger.

Bildquelle: Torsten Mangner – Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Das große Warten – der Schwangerschaftsendspurt
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