Fremdstillen: Was Sie darüber wissen sollten

Fremdstillen: Pro und Kontra

Stillen

Beim Stillen entsteht zwischen Mutter und Kind eine einzigartige Verbindung, Stillen ist für die meisten Frauen eine sehr intime Angelegenheit. Es gibt jedoch Fälle, wenn die Mutter krank wird oder ihr Kind für eine Weile unbedingt verlassen muss. Was soll man dann tun? Aufs Fläschchen umstellen oder sollte lieber eine andere Mama als Amme einspringen?

Fremdstillen löst oft Entsetzen aus

[dropcap]W[/dropcap]as früher als ganz normal galt, ist heute bei den meisten Frauen undenkbar. Manche Frauen können sich nicht einmal vorstellen, ihre abgepumpte Muttermilch einem anderen Kind aus dem Fläschchen zu geben.

Ein fremdes Kind zu stillen gilt allgemein als No-Go. Die Meinungen sind bei diesem Thema jedoch gespaltet, es gibt nämlich auch Frauen, die schon fremdgestillt hatten. Sie begründen das damit, dass Fremdstillen immerhin besser als Kuhmilch ist. Manchmal bleibt den Müttern keine andere Wahl, als Hilfe von Freundin oder fremder Frau anzunehmen. Das passiert, wenn das Kind beispielsweise überhaupt nicht aus der Flasche trinken will.

Stillen als kulturelles Thema

In unseren kulturellen Kreisen ist Fremdstillen etwas ganz unnatürliches. Andernorts ist das wiederum was völlig Normales. In der Mongolei beispielsweise gilt die weibliche Brust als Allgemeingut. Falls die Mutter eines Kindes gerade nicht stillen kann, dann übernimmt es eben die Großmutter oder auch eine Nachbarin. In der Mongolei kennt man eine Legende, die besagt, dass Dschingis Khan nur durch die reichlich getrunkene Muttermilch ein so großer Krieger geworden ist.

Das Ammenstillen war früher, als es noch keine hochwertige künstliche Nahrung für Säuglinge gab, eine gängige Praxis und hat vielen Babys das Leben gerettet. Beim Thema optimale Babyernährung listet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch heute noch gespendete Frauenmilch vor künstlicher Säuglingsnahrung auf. Vor kurzer Zeit entstand die erste private Muttermilchbörse Deutschlands – hierzu sind die Meinungen auch ganz unterschiedlich.

Einige Bedenken gibt es dennoch

Fremde Babys zu stillen ist nicht ganz ohne. Die betroffene Mutter muss sich ganz sicher sein, dass sie es emotional auch verkraftet – es kann nämlich für manche Frauen zum Problem werden, wenn eine andere Frau ihr Baby stillt. Man kann halt seine Gefühle nicht steuern, obwohl es rational gesehen völlig unproblematisch sein müsste. Allerdings muss auch das Baby beim Fremdstillen mitspielen, nicht jedes Kind lässt sich ohne Weiteres von einer „Amme“ stillen.

Darüber hinaus gibt es einige seltene Krankheiten, die beim Stillen übertragen werden könnten. Dazu gehört z.B. das Zytomgalie-Virus (CMV), der eine normalerweise harmlos verlaufende Infektion auslösen kann. Diese Erkrankung ist hauptsächlich für ungeborene Babys gefährlich. Sogar HIV-Virus kann beim Stillen übertragen werden, wie auch HTLV-1 (Humanes T-Zell-Leukämie-Virus). Deswegen pasteurisiert man Spendermilch für ein fremdes Baby in den Milchbanken.

Arte Doku: Stillen: Wie wichtig ist Muttermilch?

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Artikelbild: © panthermedia.net / Roksana Bashyrova
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