Kinderfreibetrag, Kindergeld – was alles steuerlich absetzbar ist

Kindergeld Kinderfreibetrag | © panthermedia.net /Katy Spichal
Kindergeld Kinderfreibetrag | © panthermedia.net /Katy Spichal

Der Staat will Sie als Eltern entlasten. Denn bei aller Liebe kosten Kinder schließlich auch erstaunlich viel Geld, bis sie auf eigenen Beinen stehen können. Unabhängig von Ihrem Einkommen erhalten Sie also zunächst für jedes Ihrer Kinder das Kindergeld auf Ihr Konto ausgezahlt. Hierdurch ist die Grundversorgung Ihrer Kinder gewährleistet. Erforderlich hierfür ist lediglich ein schriftlicher Antrag bei Ihrer zuständigen Familienkasse.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld?

Infografik: So viel Kindergeld gibt es | Statista

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Im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung wird dann noch der Kinderfreibetrag ermittelt und berechnet. Und Sie können dabei nur gewinnen. Denn die unterschiedlichen Auswirkungen von Kindergeld und Kinderfreibetrag, über die ihr euch bei diesem beliebten Magazin näher informieren könnt, werden errechnet und die bessere Variante im Rahmen der Günstigerprüfung in Ihrem Einkommensteuerbescheid automatisch berücksichtigt.

Kindergeld
Sie als Eltern, aber auch sonstige Erziehungsberechtigte, wie Adoptiv- oder Stiefeltern, Großeltern oder Pflegeeltern, haben Anspruch auf das Kindergeld für Kinder, die in den Familienhaushalt aufgenommen wurden. Grundsätzlich müssen Sie in Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Sofern Sie sich von Ihrem Ehegatten getrennt haben, erhält derjenige das Kindergeld, in dessen Haushalt das Kind nunmehr lebt. Für den Kindergeldantrag müssen Sie ab 2018 jedoch schnell sein: das Kindergeld wird jetzt nur noch für die letzten sechs Monate vor der Antragstellung ausgezahlt.

Dies kann vor allem bei erstmaliger Antragstellung oder nach Unterbrechungen bei Volljährigen von Bedeutung sein. Im Jahr 2018 beträgt das Kindergeld 194 Euro für das erste und zweite Kind, 200 Euro für das dritte Kind und jeweils 225 Euro für das vierte und jedes weitere Kind. Sie erhalten nur entweder das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag. Sie müssen jedoch den Kindergeldantrag immer stellen, auch wenn von vornherein feststeht, dass der Kinderfreibetrag günstiger ist.

Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag setzt sich zusammen aus dem Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbetrag auf der einen Seite und einem Betrag für das sächliche Existenzminimum auf der anderen Seite. Für das Jahr 2018 beträgt der Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbetrag für jedes Kind 2.640 Euro und für das sächliche Existenzminimum Ihres Kindes 4.788 Euro im Jahr, insgesamt somit jährlich 7.428 Euro. Diese Beträge werden von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen, so dass sich die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer reduziert. Letztlich dürfen Sie als Eltern also einen bestimmten Geldbetrag zusätzlich verdienen, ohne hierfür Einkommensteuer zahlen zu müssen.

Kindergeld nach Scheidung der Eltern

Sofern Sie als Eltern getrennt leben oder geschieden sind, steht ihnen der Kinderfreibetrag grundsätzlich je zur Hälfte zu. Allerdings kann ein Elternteil beantragen, dass der auf den anderen Elternteil entfallene Kinderfreibetrag auf ihn selbst übertragen wird. Dies ist dann möglich, wenn der andere Elternteil seiner Verpflichtung zum Kindesunterhalt nicht ausreichend nachkommt. Der Freibetrag kann auch auf Großeltern oder einen Stiefelternteil übertragen werden, wenn das Kind dort in den Haushalt aufgenommen wurde.

In diesen Fällen ist Ihre Zustimmung als Eltern erforderlich. Wenn Ihr Kind nicht zum Jahresbeginn, sondern im laufenden Jahr geboren wird, wird der Kinderfreibetrag anteilig für die betreffenden Monate berechnet. Der Freibetrag für Ihr Kind wird jedenfalls bis zu dessen Vollendung des 18. Lebensjahrs, bei einer weiteren Ausbildung oder weiterem Schulbesuch auch noch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs berücksichtigt.

Aufgabe des Finanzamtes: Günstigerprüfung

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Haben Sie das Kindergeld erhalten und die Einkommensteuererklärung mit der Anlage Kind zutreffend ausgefüllt, können Sie sich zurücklehnen. Das Finanzamt prüft von Amts wegen im Rahmen der Günstigerprüfung, ob für Sie das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag finanziell vorteilhafter ist und berücksichtigt von sich aus die günstigere Variante.

Als Grundsatz gilt, dass bei einem Alleinstehenden durch den Kinderfreibetrag ein Steuervorteil ab einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von ca. 30.000 Euro, bei Verheirateten ab ca. 60.000 Euro zu erwarten ist. Entsteht kein solcher weiterer steuerlicher Vorteil, verbleibt es bei dem bereits ausgezahlten Kindergeld. Bei der Berechnung Ihrer Kirchensteuer und Ihres Solidaritätszuschlags wird immer der Kinderfreibetrag abgezogen, so dass eine Günstigerprüfung hier nicht erforderlich ist.


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